Welche Bordunterhaltungssyteme gibt es?

Die auf dem Markt vorhandenen individuellen Bordunterhaltungssysteme für Busse unterscheiden sich anhand von drei Faktoren: dem angebotenen Inhalt, hier ist die Rede von Systemen auf Nachfrage oder Linearsystemen, dem Technologietyp, der für die Datenübertragung verwendet wird (über Ethernet, Radiofrequenz oder drahtlos) und der Bildschirmgrösse, normalerweise 7” oder 9”.

In diesem Artikel gehen wir auf diese Faktoren besonders ein, da sie bei der Auswahl des besten individuellen Bordunterhaltungssystem ausschlaggebend sind.

Inhalte: Systeme auf Nachfrage oder Linearsysteme

Der angebotene Inhaltstyp ist ein wichtiger Bestandteil des Bordunterhaltungssystems im Bus. Bei den Systemen auf Nachfrage wählt der Passagier über einem Touchscreen-Display den gewünschten Inhalt aus. Der Passagier kann wann immer er will auf das Grundinhaltsangebot, das normalerweise aus Filmen, Musik, Radio, E-Books und Spielen besteht, zugreifen. Er kann die Inhalte anhalten, vorspielen, zurückspulen…

 

Andere Optionen, die zum Bordunterhaltungsangebot hinzugefügt werden können, sind das Satelliten-Fernsehen (durch die Installation der entsprechenden Antenne und einem Tuner) und auch das Internet (indem ein Router mit genügender Bandbreite für das gleichzeitige Internetsurfing der Nutzer hinzugefügt wird). Sollten wir uns entscheiden, Internet anzubieten, ist es sehr wichtig, dass die Displays kapazitiv sind (dies erlaubt, uns mit den Fingern zu zoomen), sie eine neue Android-Version enthalten und Grafikapplikationen (Adobe Flash ist die meist verbreitete in den aktuellen Webs) stützen können.

Bei Linearsystemen greift der Passagier der Reihe nach auf die angebotenen Kanäle zu, indem er die Taster +/- benutzt. In jedem Kanal befindet sich Inhalt: Film, TV-Sender (sofern man eine Antenne + Tuner hat), Musik und Radio.
Die Wiedergabe der Kanäle ist festgelegt und der Kunde kann die Wiedergabe weder anhalten noch variieren.

Technologietyp für die Datenübermittlung

Der bei der Datenübertragung benutzter Technologietyp ist ein wichtiger Faktor, der weit über den technischen Rahmen hinausgeht. Es werden mehrere Typen unterschieden: Ein WiFi-System (komplett drahtlos), ein verkabeltes System und ein Verdrahtungssystem über Radiofrequenz.

 

Drahtloses System – WiFi: Es ist die einfachste Installationsform. Es werden Displays, die ähnlich wie ein Tablet aussehen, mit einer grossen Grafik- und Applikationskapazität benutzt, die nur 24V Spannung benötigen. Auβerdem haben sie weniger Fehlerquellen und sind flexibler z. B., wenn wir die Sitzplätze bewegen oder die Lehnsitze neukonfigurieren müssen, muss nur die Stromversorgung von 24V gewechselt werden.

 

Im Falle einer Desinstallation des Systems, um es in einem anderen Fahrzeug zu installieren, wird fast alles genutzt, denn nur die 24V-Kabel bleiben im ersten Fahrzeug.

– Verkabeltes System. Hierbei handelt es sich um eine komplettere Installation, da jedes Display sein Datenkabel benötigt und damit hat es mehr Fehlerquellen. Andererseits sind mehr Verwaltungsoptionen der Software möglich, da seine ganze Stärke im Server, der die Daten über die Kabel übermittelt, liegt. Dabei reicht es die Server-Software zu modifizieren, damit sich das ganze System neu konfiguriert, während beim drahtlosen System jedes Display neu konfiguriert werden müsste.

– Verdrahte Technologie über Radiofrequenz wird ausschlieβlich für Linearsysteme verwendet. Es handelt sich nicht um eine digitale Übertragung, sondern um eine analoge (“Video+Audio”). Der Kabel, der durch den Bus verläuft, ist koaxial (wie der zu Hause). Letztendlich ist es wie ein Video zu Hause, nur das es in diesem Falle ein Lehnsessel ist.

Die Bildschirmgrössen 7” oder 9” wählen

Die beliebten Grössen sind 7” und 9” und das ist kein purer Zufall. Die gewöhnlichen Lehnsitze der Busse erlauben die Installation von 7” Displays in den Rückenlehnen (das trifft aber nicht auf alle zu), während die 9” Displays mehr Platz benötigen. Die Distanz zwischen den Augen des Passagiers und des Displays ist geeignet für 7 “ und 9”. Die 7”-Displays sind empfehlenswert für Konfigurationen mit wenig Abstand zwischen den Plätzen, damit sich der Display bei zurückgelehntem Sitz nicht zu nah am Passagier befindet.

Einige Hersteller bieten 10” Displays für den asiatischen und südamerikanischen Markt an, da sie eher grössere Lehnsessel benutzen und einen grösseren Abstand zwischen den Sitzen haben. Für Europa hat das keinen Sinn, es sei denn für spezielle Fahrzeuge.
Nachdem wir uns mit den drei Faktoren befasst haben, bleibt noch eine Frage offen: Wie wird das geeigneste System gewählt?Neben den technischen Aspekten, über die wir in diesem Artikel geschrieben haben, müssen wir unter anderem auch die wirtschaftlichen Aspekte in Betracht ziehen. Hierzu ein Bespiel: Nehmen wir an, dass das teuerste System (Ethernet) 100 € kostet, ein drahtloses System würde 75-80 € kosten und das verkabelte über Radiofrequenz 60-65 €.